Die Sieger 2026
Das Ziel des Awards 'Digitalpioniere der Wohnungswirtschaft' ist es, Vorreiter für die digitale Zukunft zu identifizieren und auszuzeichnen. Im Jahr 2026 wurde als Gesamtsieger aller Kategorien eine innovative digitale Plattform gekürt, die speziell für die Sanierungsplanung und Bauen im Bestand entwickelt wurde.

Die Siegerteams des Awards "Digitalpioniere der Wohnungswirtschaft" 2026 gemeinsam mit der Jury und dem Schirmherren Dr. Christian Westphal auf der Bühne.
Bild: Blackprintpartners GmbH
Mit dem Award „Digitalpioniere der Wohnungswirtschaft" werden seit 2022 wegweisende digitale Projekte aus der Immobilienbranche ausgezeichnet. 2026 überzeugte das Projekt „Intelligentes Bestandsdatenmanagement im Digitalen Zwilling Buildplace" der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH und ihrem Tandempartner Buildplace c/o Form Follows You GmbH die Jury und wurde als Gesamtsieger gekürt. Die Preisverleihung fand am 10. Juni 2026 auf der Real Future Conference im Rahmen der Real Estate Arena in Hannover statt.
Die innovative Lösung verbindet dreidimensionale Gebäudemodelle mit amtlichen Liegenschaftsdaten und externen Layern wie Denkmalschutz, Bebauungsplänen und Umweltdaten. Was früher Wochen dauerte, liefert das System heute in wenigen Klicks. Ein entscheidender Schritt für strategisches Portfoliomanagement und die Sanierungsplanung der Zukunft!
Insgesamt wurden fünf Kategorien ausgezeichnet:
Sanierung und Bauen im Bestand, Effiziente Bewirtschaftung, Energie und Dekarbonisierung, Mieter:innen im Fokus, Wohnungsneubau und Quartiersentwicklung.
Zusätzlich vergab die Jury einen Sonderpreis für digitalen Mut an Meravis und ihre konzerneigene Tochtergesellschaft Spiri.bo.
Die Gesamtsieger: WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH und Buildplace c/o Form Follows You GmbH

Den Hauptgewinn des Wettbewerbs "Digitalpioniere der Wohnungswirtschaft 2026" und den Sieg in der Kategorie "Sanierung und Bauen im Bestand" erhielt das Projekt "Intelligentes Bestandsdatenmanagement im Digitalen Zwilling Buildplace", das von der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH gemeinsam mit der Buildplace c/o Form Follows You GmbH entwickelt wurde.
Buildplace kombiniert dreidimensionale Gebäudemodelle mit amtlichen Liegenschaftsdaten, integriert externe Layer wie Denkmalschutzinformationen, Bebauungspläne und Umweltdaten. Durch die Zugänglichkeit des Systems sinkt die Einstiegshürde für Mitarbeitende erheblich und ermöglicht strategisches Portfoliomanagement auf dem Stand der Dinge — für jeden Fachbereich, auf Knopfdruck.
Die Jury lobte besonders, was das für die Sanierungsplanung bedeutet. Potenzialflächen für Nachverdichtung und Sanierung lassen sich direkt im System identifizieren. Automatisierte Verschneidung mit Geodaten ersetzt manuelle Einzelprüfungen. Wer früher Wochen brauchte, um Sanierungsszenarien mit Restriktionen und Potenzialen abzugleichen, erhält heute diese Grundlage in wenigen Klicks. Das ist die Qualität von Entscheidungen, die die Wohnungswirtschaft für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte braucht.
Kategorie: MieterInnen im Fokus
In der Kategorie "MieterInnen im Fokus“ wurde ein Projekt ausgezeichnet, das zeigt, dass das Wohnen der Zukunft mehr ist als vier Wände und ein Mietvertrag. Die BWS Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft realisierte mit Unterstützung der Pocket House GmbH das Projekt "Gebäude-Fernbedienung für die Zukunft des Wohnens".
464 Wohnungen, zwei Standorte in Wien, ein gemeinsamer Gedanke: Digitalisierung als Ermöglicher von Gemeinschaft. Die Tandempartner haben im Rahmen der Projekte "Rote Emma" und "Bella Vista" eine App entwickelt, die den Namen "Gebäude-Fernbedienung" zu recht trägt. Alle relevanten Services sind zentral gebündelt: Raumbuchung mit digitalem Zutritt, Kommunikation mit der Verwaltung, Mobilitätssharing, Veranstaltungskalender, Dokumentenmanagement. Alles in Echtzeit.
Was die Jury überzeugt hat, ist die Architektur des Kooperationsmodells. Bei der "Roten Emma" teilen sich zwei vollständig eigenständige gemeinnützige Bauträger — die BWSG und Migra — eine gemeinsame App-Umgebung und Infrastruktur.

Kategorie: Energieeffizienz und Dekarbonisierung
In der Kategorie "Energie und Dekarbonisierung" setzte sich ein Projekt der KHW Kommunale Haus und Wohnen GmbH in Kooperation mit der Termios GmbH und der Green Fusion GmbH durch. Die Zusammenarbeit steht für das Gelingen der Wärmewende im Bestand — wirtschaftlich, schnell und für Mieter bezahlbar. In der Allianz übernimmt Green Fusion die KI-gestützte Betriebsoptimierung der zentralen Heizungsanlage im Keller, Termios regelt mit intelligenten Thermostaten die Wärmeabnahme direkt in allen Wohneinheiten. Das Ziel: Klimaneutralität bis 2045.
Im Kontext von Energie und Dekarbonisierung ist die technologische Konsequenz und die wirtschaftliche Haltung von herausragender Bedeutung: Die Termios-Thermostate gewinnen Energie durch Thermo-Harvesting direkt aus der Heizwärme. Der hydraulische Abgleich nach § 60b und c GEG erfolgt vollautomatisiert. Das Projekt als Ganzes schützt den Angaben zufolge Mieter aktiv vor steigenden CO2-Abgaben, senkt den Vermieteranteil an der CO2-Umlage und macht das KHW-Portfolio zukunftssicher gegen steigende Zertifikatspreise im EU ETS II.

Kategorie: Effiziente Bewirtschaftung
In der Kategorie "Effiziente Bewirtschaftung" überzeugte das Projekt "Lexario – Governance operativ nutzbar machen", der Erftland Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit Alewo GmbH (Lexario). Dieses Projekt verbindet Beschlusssammlungen, Regelwerke und Zuständigkeiten in einer zentralen KI-gestützten Governance-Plattform.
Die KI erkennt Zusammenhänge zwischen Beschlüssen, Geschäftsordnungen sowie historischen Entscheidungen und generiert daraus eine operative Entscheidungslogik. Die Jury würdigte, dass Lexario ausdrücklich kleinere und mittelgroße Wohnungsunternehmen adressiert, also die Mehrheit der Branche, der die Kapazitäten eigener Rechts- und Revisionsabteilungen fehlen.

Kategorie: Wohnungsneubau und Quartiersentwicklung
In der Kategorie "Wohnungsneubau und Quartiersentwicklung" überzeugte das Projekt "Digitales Quartier Wiesenviertel — Skalierbares Smart Building im Wohnungsbau als Standard integriert", der Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft eG in Zusammenarbeit mit der Zuhause Plattform GmbH.
Jede Einheit verfügt über ein zentrales Display für Video-Intercom, Heizungssteuerung, Luftqualitätsüberwachung, Schimmelschutz und direkte digitale Kommunikation mit der Verwaltung. Störungen werden automatisiert erkannt und proaktiv gemeldet. Prozesse, die zuvor Vor-Ort-Termine erforderten, laufen heute vollständig digital. Was die Jury besonders bewegt hat, ist die menschliche Haltung hinter der Technologie. Das Wiesenviertel ist ein Quartier für alle Generationen: jung und alt, mobil und mobilitätseingeschränkt.

Sonderpreis für digitalen Mut
Meravis geht in der Digitalisierung einen ungewöhnlichen Weg: Gemeinsam mit der konzerneigenen Tochtergesellschaft Spiri.bo hat das Wohnungsunternehmen seine operativen Prozesse zum Ausgangspunkt einer vollständig neuen Technologiearchitektur gemacht und dabei frühere Ansätze bewusst hinter sich gelassen.
Die Jury würdigte das mit einem Sonderpreis für digitalen Mut, denn ein solcher Schritt erfordere Investitionsbereitschaft, Geduld und die Bereitschaft, technologisch von Grund auf neu aufzusetzen. Die Ergebnisse sind messbar: Der Channel Hub läuft im Echtbetrieb, Bearbeitungszeiten wurden halbiert, die Kosten pro Ticket um mehr als 50 Prozent gesenkt. Die Plattform ist offen gestaltet und steht anderen Wohnungsunternehmen zur Verfügung.









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